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Packen

Himmel bin ich müde, aber nickerchen geht nicht, hab heute mein Bett auseinander gebaut und statt dessen so eine miefige Couch vom Dachboden runter geholt die jetzt erst einbißchen auslüften muß. Früher war die Couch auch mal mein Bett bis ich es leid war mit den Kreuzschmerzen und mir das Bett gekauft hab was ich mit in meine Wohnung nehmen werde.

Himmel was ist packen doch ne Maloche, und dann auch noch mit ner Bronchiospastik und alle Nase Lang das Aerosol in den Hals weil die Atemwege von der Anstrengung zu gehen. Das Erbe Deiner Väter... habs aber auch von beiden Seiten. Mein Opa mütterlicherseits hatte Asthma und mein Couseng väterlicherseits chronische Bronchitis. Muß man eigentlich immer die blöden Sachen erben? Wie wärs mal mit den schlanken Beinen meiner Mutter? Statt dessen krieg ich die Sauerkrautstampfer von meines Vaters Seite (dabei hat mein Alter nicht mal solche Beine, nur seine Schwestern, das ist nicht fair!).

Naja, wenigstens ist der Husten jetzt los und mit dem Spray fühlt man sich auch nicht ganz so schlecht. Telekom hat mir geschrieben das ich ins Telefonbuch eingetragen bin. Klasse, aber was ist mit Internet? Davon noch immer nix gehört. Plöd! Muß auch gleich noch meine BAgIS Sachbearbeiterin anrufen und um nen Termin bitten. Hoffentlich erst nächste Woche, diese ist komplett voll mit dem Umzug. Und gestern hat ich mal für nen Moment das Gefühl mir rutscht der Boden unter den Füßen weg. Der Umzugswagen kostet mich 77 Euro, ich hatte nurnoch 70, keine Möglichkeit Geld zu holen weil ich in der Miese bin und mußte noch zum Arzt wegen der Überweisung und dem Husten. Ich mach immer solche Dinger, immer so ganz knapp am Limit schrammen. Meistens klappt es aber es treibt mir dann doch mal so kurzfristig den Angstschweiß auf die Stirn. Scheiße, hab gerade nen Hustenanfall. Sollt mal wieder Saft nehmen.

9.1.07 12:58


2!!!
9.1.07 00:33


Ich bin in eine gestörte Familie hineingeboren, das jüngere Kind, neun Jahe jünger als mein Bruder. Als ich geboren wurde waren meine Eltern schon zehn Jahre verheiratet, meine Großeltern tot. Zu jener Zeit war alles schon so wie es auch heute noch ist. Mein Erzeuger ein Fremder im eigenen Haus, das dritte Kind der Familie. Er nennt meine Mutter nicht bei ihrem Namen sondern Mama und er benimmt sich wie ein egozentrisches Kind. Er verlangt Aufmerksamkeit, den ganzen Tag, aber schenkt keine. Er verlangt Zuneigung von meiner Mutter, sie gibt sie ihm auf Verlangen, sie lehnt seine Zuneigung aber ab, uns Kindern gibt er keine. In all den Jahren hat er uns nach möglichkeit nicht wahr genommen und wenn doch dann negativ. Für körperliche Ge***t in irgendeiner Form war er zu desinteressiert an uns. Wir waren in seinen Augen weniger als Küchenschaben und das hat er uns auch wissen lassen, mit jedem Wort, mit jeder Geste. Das wurde mit den Jahren nurnoch schlimmer, mittlerweile kennt er nurnoch sich selbst und seine Bedürfnisse, auch meine Mutter ist ihm egal solange sie ihm die Unterwäsche raussucht und sein Essen kocht. Ich hab ihn gehaßt seit ich denken kann. Und jetzt fühle ich mich wieder schuldig das ich das geschrieben hab.

Meine Mutter - sie versucht ihre Kinder groß zu ziehen. Sie liebt uns, sie sorgt sich um uns, vielleicht eine Spur zu viel als gut ist. Aber hat sie jemals irgendwelche Erwartungen in uns gehabt? Uns jemals etwas zugetraut? Mein Erzeuger sagt uns das wir nichts wert sind, nichts taugen, nichts können. Dann streitet sie mit ihm. Aber hat sie und jemals gesagt das wir was wert sind, was taugen, was können? Nein. Sie kann es nicht, weil sie von sich selbst nicht glaubt was wert zu sein, was zu taugen, was zu können und darum hat sie diesen Mann geheiratet, weil sie glaubte besser den als keinen und was anderes habe sie doch nicht verdient. Und ja, er hat sie nie geschlagen, er war doch ein guter Mann, nicht wahr? Zwar ein drittes Kind, oder ein großer Hund, aber doch etwas zu dem man eine gewisse Zuneigung entwickelt, oder?

Mein Bruder war Vaterstatt bei mir. Er war mein Held. Er weiß soviele Dinge, ist so klug und ruhig und geduldig. Aber mit den Jahren wurde er immer scheuer, zog sich immer mehr zurück, nun sieht man sich nurnoch zu den Mahlzeiten und manchmal bekomme ich eine e-mail von ihm, dabei lebt er auf der anderen Seite meiner Kinderzimmerwand. Er hat mir früher vorgelesen, war immer für mich da weil es die Eltern nie waren. Doch nun ist er auch fort gegangen, irgendwo in sein Einsiedlertum, alleine ohne Freunde, ohne Partner, nur er seine vier Wände, der Computer und ein paar Bücher. Er hat nie etwas aus seinem Verstand gemacht, er hat wohl unseren Eltern geglaubt, nun ist er Langzeitarbeitsloser der es nicht erträgt unter Menschen zu gehen, dabei blüht er so auf wenn er unter Menschen ist.

Und ich... ich hatte nie eine Beziehung die länger als ein halbes Jahr dauerte und auch davon nur 3 Stück in 21 Jahren. Ich hab Abitur gemacht gegen den Willen meines Erzeugers, sogar studiert und promoviert und doch, am Ende kam ich "heim" ohne Job. Ein halbes Jahr hause ich nun wieder in diesem Haus. Der Psychoterror meines Alten hat ganz neue Dimensionen erreicht, denn er wurde bestätigt. Ich bin nichts wert, ich kann nichts, bin einfach nur ein "blödes Stück Scheiße", eine "alte doofe Fo*ze", so "verdammt blöd das man sie nur knallen kann". Nein, er schlägt mich nicht, aber er droht. Er hat meine Mutter geschlagen als ich wieder hier war. Er würds auch bei mir versuchen. Ich hab Angst vor mir selbst das ich dann ein Messer greifen könnte und ihn damit kalt mache. Darum zieh ich mich nach einigen ernstgemeinten Drohgebärden meinerseits zurück. Er würde schön blöd gucken wenn er wüßte das ich mehr Angst vor mir selbst als vor ihm habe. Aber nurnoch 3 Tage, dann bin ich hier weg. Ich hab mir eine Wohnung gemietet und ziehe aus, betreibe Eigendeprivation um der Eskalation entgegenzuarbeiten.

So, nun ist es raus und mir klopft das Herz bis zum Hals, aber es ist raus.
8.1.07 14:04


3!!!
8.1.07 09:20


Heute bin ich voll verwirrender Gefühle. Zum einen die freudige Erwartung auf meine Wohnung, auf den Frieden, gerade auch wenn der Sonntag Morgen wieder mit Schreiereien in der Küche begonnen hat. Zum anderen ein bißchen Angst vor der Einsamkeit. Dieses Gefühl kenne ich noch zu gut von USA und Neuseeland. Gut, die Dinge stehen anders jetzt, aber die Angst bleibt. Dann die Liebe zu P. der mir wieder so eine wundervolle und einfühlsame e-mail geschrieben hat am Morgen und die Sehnsucht nach ihm. Das alles zusammen mit einer Mischung aus Ärger über meine Familie und dem Unwillen diese verdammten Unterlagen zu sortieren. Also ein kunterbunter Mix aus Emotionen fleißig im Wechsel. Wird nicht langweilig auf diese Weise.

Der Spitzwegerich hilft, zumindest löst er schon etwas den Husten, na wenigstens etwas! Muß er auch, eine Flasche kostet 11 Euro!!! Und nein, mein Bruder braucht gar nicht begehrend auf meinen Hustensaft gucken, das ist meiner! Naja, okay ich geb ja was ab, bin ja gar nicht so... lol Die letzten Tage hab ich mich gefühlt wie ein ausgeblasenes Ei, ganz trocken und verkrustet inwändig.

Hab ich gestern Abend doch angefangen meine Unterlagen wegzuheften, zumindest die Ablage ist jetzt schon mal leer, aber auch auf dem Tisch und in den Schubladen warten noch Dokumente auf mich. Aber das ich mich jetzt mit Elan darauf werfe kann ich nicht behaupten. Werd wohl erstmal wieder Taschen packen, das ist ne Vermeidungshandlung die wenigstens Wert hat. lol

 

7.1.07 10:15


4
7.1.07 10:00


Sehnsucht nach Südafrika

Ein Paar Bilder vom Klippriver in der Nähe von Johannesburg (Gauteng)

der Krokodile River nahe Johannesburg

 

 

 
und der Vaal nahe Paris (Free State)

 

6.1.07 23:17


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